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Im Sommer 2004 stand die 1.Mannschaft nach dem Abstieg in die Kreisliga
B und dem Rücktritt von Trainer Detlev Ottemeier vor einer sehr
schwierigen Situation. Geplante Neuzugänge hatten ihr Kommen vom
Klassenerhalt abhängig gemacht und einige Aktive wechselten den Verein
oder beendeten ihre „Laufbahn“. Verhandlungen mit potenziellen neuen
Trainern verliefen erfolglos, womit die Gespräche mit aktuellen und
eventuellen neuen Spielern nicht gerade vereinfacht wurden.
Da Not bekanntlich erfinderisch macht, wurde eine interne Lösung
konzipiert. Mit Rainer Hagemeister und Heiko Beckerjürgen wurde ein
Trainergespann engagiert, dass aus den eigenen Reihen des Vereins
stammt. Heiko Beckerjürgen konnte Dank seiner nunmehr auch offiziell
gewürdigten 25 Jahren Vereinszugehörigkeit ( oder sind es wegen diverser
Statistikmängel vielleicht doch schon 35 Jahre??) seine guten Kontakte
nutzen, um altgediente Spieler zum Weitermachen zu bewegen und neue
Akteure hinzuzugewinnen. Da er sich aber lieber um die Pflege der
sozialen Kontakte und weniger um die sportlichen Aspekte kümmern wollte,
wurde ihm für diesen Part mit Rainer Hagemeister jemand an die Seite
gestellt, der lieber auf dem Sportplatz steht als täglich 15 Telefonate
zu führen. Auf den Ausgang dieses Experiments durfte man zu recht
gespannt sein.
Die erste Aufgabe bestand in der Zusammenstellung der Mannschaft. Mit
Hilfe einiger Neuzugänge und dem Kern der „Abstiegsmannschaft“ sollte
das Abenteuer Kreisliga B gestartete werden. Ohne genau die Stärke des
eigenen Kaders und die der Liga einschätzen zu können, wurde das Ziel
„Platz 5“ auserkoren. |
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Beim Trainingsauftakt standen auf dem Papier 22
Spieler, auf dem Platz aber leider nur 10.
Gott sei Dank verbesserte sich die Trainingsbeteiligung im Laufe der
Vorbereitung auf in der Spitze 18 Spieler. Die ersten
Vorbereitungsspiele deuteten aber rückblickend schon die Tendenz der
Meisterschaftsspiele an: Die Mannschaft ist immer für ein Tor gut, aber
leider auch immer für zwei Gegentore.
Trotzdem sahen wir dem Saisonstart guten Mutes entgegen. Allerdings
versprach bereits der erste Gegner mit Türk Yildiz Rheda eine echte
Bewährungsprobe zu werden, obwohl diese Mannschaft als Aufsteiger aus
der Kreisliga C eigentlich nicht unbedingt gefürchtet werden sollte. Ein
Blick auf den Kader des Gegners zeigte aber, dass es sich um ein
Sammelbecken ehemaliger Bezirks-, Landes- und sogar Verbandsligaspieler
handelt. Ein Durchmarsch in die Kreisliga A erschien nicht
unrealistisch.
Die folgende 0:3 Niederlage war somit nicht einmal so überraschend. Die
Stärke von Türk Yildiz zeigt sich auch im aktuellen Tabellenrang 3 mit
nur einem Punkt Rückstand auf den Tabellenführer.
Da unsere Mannschaft im zweiten Saisonspiel gegen Viktoria Rietberg II
eine desolate Leistung zeigte, standen nach zwei Spieltagen null Punkte
und null Tore in der Bilanz.
Als es im dritten Spiel gegen Druffel nach 34 Minuten erneut 0:2 stand,
schien der Fehlstart bereits besiegelt. Doch dank der „Wiedergeburt“
eines Stürmers, der in einem früheren Leben Tore geschossen haben soll,
konnte das Spiel gedreht werden. „Otze“ Godehard traf gleich zweimal zum
letztendlich verdienten 4:2 Sieg. Leider konnte Otze diesen Erfolg nicht
verkraften. Er hat seit dem nicht mehr getroffen....
Nach der dann folgenden 0:3 Niederlage gegen den großen
Meisterschaftsfavoriten FSC Rheda hatte Wasil Kowal im Spiel gegen GW
Langenberg einen Glanztag und erzielte drei Treffer. Da die Abwehr an
diesem Tag aber meilenweit von so einem Glanztag entfernt war, reichte
auch Treffer Nr. 4 durch Dirk Schwienheer nicht zum Sieg. Am Ende
durften wir froh sein, dass Langenberg eine 1000 %ige Chance in der
Nachspielzeit nicht nutzte und somit wenigstens noch ein Punkt gerettet
wurde.
Durch die folgende 1:4 Niederlage in Varensell kam dem Spiel gegen den
Tabellenletzten FC Sürenheide III schon eine große Bedeutung zu. Bei
einer Niederlage wären wir ganz tief in den Abstiegssumpf geraten. Die
Anspannung war entsprechend groß.
Diese hätte dann nach dem frühen Führungstreffer in der zweiten
Spielminute durch Sven Mahlke eigentlich abfallen sollen, doch wurde der
Gegner durch dumme Ballverluste regelrecht zum Ausgleich eingeladen. Die
Einladung wurde dann auch prompt angenommen und so ging es mit einem 1:1
in die Halbzeit. Der Schwäche des Gegners und nicht etwa der
Überlegenheit unserer Mannschaft verdanken wir den letztendlich klaren
5:1 Sieg.
Im nächsten Spiel sorgte wieder ein Offensivspieler für die Überraschung
des Tages. Hendrik „Prinzessin“ Nieweg (Zitat Westfalen Blatt) traf
gleich zweimal beim 3:1 Sieg über BW Gütersloh II. Im Gegensatz zu „Otze“
Godehard konnte er aber seine bis heute andauernde Euphorie nutzen. Er
traf im Spiel gegen RW Mastholte II sogar noch ein drittes Mal. Er
scheint die Saison seines Lebens zu spielen !!!!
Als wir dann im Spiel gegen VfL Rheda erneut nicht als Verlierer vom
Platz gingen (1:1, Torschütze Marco Eggenwirth), schienen wir eine echte
Serie zu starten. Wer sollte uns noch schlagen ??
Nun, diese Frage wurde im nächsten Spiel vom SC Verl III beantwortet.
Und die Antwort fiel mit 0:7 sogar recht deutlich aus.
Somit waren wir dem Tabellenkeller noch immer nicht entronnen. Mit der
Hypothek der hohen Niederlage ging es zum Tabellenvorletzten RW
Mastholte II. Wieder ein Schicksalsspiel.
Der Halbzeitstand von 1:1 und ein personeller Engpass führten zum ersten
Saisoneinsatz von Trainer Rainer Hagemeister. Und dieser nahm mit dem
Treffer zum 4:1 Endstand die Aufholjagd um die interne Torjägerkanone
auf.
Der Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz betrug nun 13 Punkte, der
Rückstand auf Platz 5 nur 6 Punkte. Wir schienen dem erklärten
Saisonziel ein Stück näher zu kommen. |
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Leider gab es im folgenden Spiel gegen SC Blankenhagen ein weiteren
Dämpfer in Form einer völlig unnötigen 1:2 Niederlage.
Im nächsten Spiel gegen Germania Westerwiehe II lief erneut nichts
zusammen. Es setzte eine derbe 1:7 Niederlage. Mit Galgenhumor könnte
man sagen, dass es wenigstens eine Verbesserung zum 0:7 gegen Verl war.
Aber ehrlicherweise müssen wir zugeben, dass selbst unser Treffer von
einem gegnerischen Spieler erzielt wurde.
Aber wie schon nach der 7-Tore-Niederlage gegen Verl gelang uns auch
diesmal die Wiedergutmachung gleich im nächsten Spiel. Diesmal waren wir
es, die sieben Tore erzielten. Leiden musste darunter die die dritte
Mannschaft von TSG Harsewinkel, die sogar noch deutlich höher als 3:7
hätte verlieren können.
Am letzten Spieltag sollte noch ein Achtungserfolg gegen den
Tabellenführer und Ortsrivalen Türkiye Neuenkirchen gelingen, doch
leider konnte eine zweimalige Führung nicht in einen Punktgewinn
umgemünzt werden. Die Hinrunde endete daher mit einer wohl verdienten
2:5 Niederlage.
Mit 17 Punkten und einem Torverhältnis von 33:46 stehen wir auf dem 11
Tabellenplatz. Die Zielsetzung für die Rückrunde lautet nun: Möglichst
früh einen sicheren Abstand zu den Abstiegsplätzen gewinnen. Wenn dieses
gelingt, darf vielleicht auch wieder vom 5. Platz geträumt werden.
Rückblick von: R. Hagemeister
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